5 Spiele mit einem Apfel für zu Hause

Red apples spilling onto a chequered floor

Du brauchst: einen Apfel. Drei Zettel. Einen Stift. Zehn Minuten. Mehr nicht.

Kein Arbeitsblatt. Kein Bildschirm. Ein Satz reicht: comer una manzana, einen Apfel essen. Den kennst du schon. Jetzt spielen wir damit.

Vorher: drei Regeln

  1. Ein Spiel pro Tag. Nicht fünf.
  2. Fehler zählen nicht. Wer falsch rät, sagt den Satz einfach noch einmal.
  3. Erwachsene schneiden. Kinder essen.

Jedes Spiel dauert zwei bis fünf Minuten. Hör auf, solange es Spaß macht. Das ist der beste Moment. Dann wollen alle morgen wieder spielen.

Spiel 1: Die Jetzt-Kamera

Übt: die Gegenwart. Como una manzana. Ich esse einen Apfel.

  1. Eine Person hält den Apfel.
  2. Die andere formt mit den Händen eine Kamera.
  3. Klick! Wer auf dem Foto ist, sagt: Como una manzana.
  4. Wechseln.

Nächste Stufe: Fotografiere zwei Personen auf einmal. Jetzt heißt es Comen una manzana. Sie essen einen Apfel.

Warum es wirkt: Die Geste wird zum Haken. Kamera heißt jetzt. Nach ein paar Runden merken sich die Hände mit.

Spiel 2: Zeitreise-Hüpfen

Übt: gestern, jetzt, morgen.

  1. Mal auf den ersten Zettel ein Buch, auf den zweiten eine Kamera, auf den dritten eine Kristallkugel.
  2. Leg sie in einer Reihe auf den Boden. Buch links, Kugel rechts.
  3. Hüpf auf einen Zettel und sag seinen Satz. Buch: Comí una manzana. Kamera: Como una manzana. Kugel: Comeré una manzana.
  4. Jemand ruft ein Bild. Du hüpfst hin.

Nächste Stufe: Zwei Hüpfer hinter das Buch sind die Zwei-Schritte-Zeitmaschine: Había comido una manzana. Alle Bilder findest du in Lauras Artikel über die Zeitreise-Karte.

Leise Variante: Wenn Hüpfen zu viel ist, zeig einfach auf den Zettel. Das wirkt genauso.

Spiel 3: Der Kapitän sagt

Übt: Befehle. ¡Come! und ¡No comas!

  1. Eine Person ist Kapitän. Ein Papierhut hilft.
  2. Der Kapitän ruft ¡Come una manzana! Alle tun so, als würden sie kräftig abbeißen.
  3. Der Kapitän ruft ¡No comas una manzana! Alle erstarren.
  4. Wer sich bei ¡No comas! bewegt, ist der nächste Kapitän.

Die Idee kennst du von „Simon sagt“. In Spanien heißt das Spiel Simón dice. Bei uns spricht der Kapitän.

Warum es wirkt: Ja und Nein klingen fast gleich. Come und comas. Die Bewegung macht den Unterschied sichtbar.

Spiel 4: Der Apfel-Countdown

Übt: was gleich passiert. Voy a comer una manzana. Ich werde gleich einen Apfel essen.

  1. Schneide den Apfel in Spalten.
  2. Alle halten eine Spalte vor den Mund.
  3. Zählt gemeinsam rückwärts: drei, zwei, eins.
  4. Alle sagen ¡Voy a comer una manzana! Erst dann wird gebissen.

Nächste Stufe: Nach dem Biss: He comido una manzana. Ich habe einen Apfel gegessen. Erst die Rakete, dann die Erinnerungs-Truhe. Zwei Zeitformen in zehn Sekunden.

Ein roter Apfel schwimmt in blauem Wasser
Spoiler für Spiel 5: Er schwimmt. Foto: Natalia Makarenko / Unsplash

Spiel 5: Die Wahrsager-Schüssel

Übt: erst die Zukunft, dann die Gegenwart, dann die Vergangenheit. Eine ganze Zeitreise in einer Minute.

  1. Füll eine Schüssel mit Wasser.
  2. Frag: Schwimmt der Apfel oder geht er unter? Alle raten. Auf Deutsch ist völlig in Ordnung.
  3. Die Wahrsagerin zeigt auf eine Person und sagt: Comerá una manzana. Diese Person wird einen Apfel essen. Sie bekommt später die erste Spalte.
  4. Leg den Apfel ins Wasser. Schaut zu.
  5. Aufschneiden. Die Auserwählte isst und sagt Como una manzana. Danach: He comido una manzana.

Skurril, aber wahr: zwei Apfel-Fakten für den Küchentisch

Der Apfel schwimmt. Etwa ein Viertel seines Volumens ist Luft, sagt die Erzeugervereinigung Love English Apples. Darum dümpelt er oben, statt zu sinken. Die meisten Kinder raten falsch. Das gehört zum Spaß.

Der spanische Apfel hat einen römischen Namen. Laut dem Wörterbuch der Real Academia Española kommt manzana vom lateinischen Mattiana [mala], „die Äpfel des Matius“. Gaius Matius war ein Römer, der im ersten Jahrhundert vor Christus über Landwirtschaft schrieb. Jedes Mal, wenn du manzana sagst, nennst du also einen römischen Gartenautor beim Namen. Damit hat er sicher nicht gerechnet.

Für Lehrkräfte: in der Klasse

  • Nimm Spiel 1 oder 3 als Fünf-Minuten-Start.
  • Dreiergruppen klappen am besten: eine Person spielt, eine prüft, eine wechselt ein.
  • Ein Apfel pro Gruppe reicht. Ein gemalter Apfel geht auch.
  • Behalte die ganze Woche denselben Satz. Wechsle nur das Spiel.

Mehr Ideen für Klasse und Zuhause findest du auf der Seite Lehrkräfte & Eltern.

Was die Spiele nicht können

Ehrlich gesagt: Fünf Spiele sind kein Kurs. Sie üben einen Satz und eine Handvoll Endungen. Vokabeln, unregelmäßige Verben und Gespräche kommen später. Die Spiele sind ein Aufwärmen. Und eine Art, zu wiederholen, ohne dass jemand merkt, dass er wiederholt.

Genau darum geht es. Über mehrere Tage verteilt üben wirkt besser als eine lange Sitzung. Eine große Übersichtsarbeit über Hunderte Experimente kam zu diesem Ergebnis. Also: kurz, oft, mit Pausen dazwischen.

Was du heute ausprobieren kannst

  1. Leg einen Apfel auf den Tisch.
  2. Such dir ein Spiel aus. Nur eins.
  3. Spiel fünf Minuten.
  4. Hör auf, solange es Spaß macht.
  5. Spiel dasselbe Spiel nach einem, drei und sieben Tagen noch einmal.

Du willst Satz, Bild und Song zusammen? ¡A comer! beginnt mit Lektion 01, der Jetzt-Kamera. Zehn Minuten, ein Satz.

Dein Schritt für heute: Leg einen Apfel dahin, wo alle ihn sehen. Das ist die Einladung.

Quellen und Bildnachweise